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Worauf Sie vor der Übersetzung achten sollten

Jedes Programm kann nur das übersetzen, was es versteht. Gibt man einen schlechten Text ein, wird auch eine schlechte Übersetzung herauskommen. Ein großer Teil der Übersetzungsqualität hängt daher von der Qualität des Ausgangstextes ab. Wenn Sie einige Hinweise berücksichtigen, können Sie ohne großen Aufwand die Leistungen Ihres Programms erheblich steigern.

alamax spezial: Maschinelle Übersetzung 4

Vorbereitung des Ausgangstextes

Aktivieren Sie vor dem Übersetzen die Rechtschreibkontrolle und die Grammatikprüfung (falls vorhanden). Tippfehler und sonstige Eingabefehler sind Gift für jedes Programm. Harmlos ist es noch, wenn Sie irrtümlich ein Wort eingeben, dass es in der Ausgangssprache nicht gibt, also etwa "Burne" statt "Birne". Wenn Sie allerdings versehentlich einen Fehler machen, der dem Wort einen neuen Sinn gibt, können ungeahnte Folgen auftreten. Bestellen Sie nur einmal versehentlich eine "Dirne" statt einer "Birne"…

Sicherer ist es daher, Text, den Sie übersetzen wollen, nicht abzutippen, sondern auf andere Weise in das Programm zu integrieren. Die Funktion "Kopieren" - "Einfügen" bietet sich an, wenn der Ausgangstext als Datei vorliegt. Die meisten Übersetzungsprogramme integrieren sich in gängige Textverarbeitungen, einige auch in Internetbrowser.

Wollen Sie eine gedruckte Vorlage übersetzen, können Sie diese auch mit einem guten OCR-Programm (Texterkennung) einscannen, das die gedruckte Vorlage in eine Textdatei umsetzt. Einige Übersetzungsprogramme (@promt, Langenscheidt T1 Office und Professional) haben eine OCR bereits eingebaut.

Häufig sind Sätze in E-Mail-Texten bzw. Internet-Texten durch einen harten Zeilenumbruch getrennt (durch ; dies geschieht in E-Mails auch, wenn der Sender sie als Fließtext geschrieben hat). Die Sätze sind dadurch zweigeteilt, ihr innerer Zusammenhang geht verloren. Das Übersetzungsprogramm liefert entsprechend eine falsche Übersetzung.

Unabhängig von der Erfassungsmethode empfiehlt es sich, den Ausgangstext vorher genau zu prüfen und wo nötig zu überarbeiten. Je mehrdeutiger die Wortwahl und je komplexer die Sätze, desto schlechter die Übersetzung. Fragen Sie sich daher:

  • Enthält der Text viele Homonyme, d.h. Wörter mit mehr als einer Bedeutung? Da ein Programm den Kontext nicht kennt, kann es oft nicht entscheiden, welche Bedeutung Sie intendieren, und wählt daher häufig diejenige, die im Programmwörterbuch zufällig an oberster Stelle steht. Dies lässt sich durch den Einsatz von Benutzer- und Fachwörterbüchern sowie durch Training des Programms vermeiden (s.u.), wenn auch nie völlig. Ein großes Problem sind auch Wörter, die zu verschiedenen Wortarten gehören können - im Deutschen sind das z.B substantivierte Adjektive oder Verben wie "der Letzte", "das Sehen" usw. Volltextübersetzer wie @promt, Systran, Personal Translator und Langenscheidt T1 haben Grammatikangaben im Wörterbuch integriert. Im Personal Translator können Sie die Zugehörigkeit der Wörter zu Oberbegriffen definieren, was ebenfalls bei der Auswahl der richtigen Übersetzung hilft.
  • Enthält der Text Auslassungen? Gerade in Nebensätzen sind Wiederholungen eines Wortes in der Umgangssprache nicht nötig, während ein Übersetzungsprogramm oft den Bezug verliert. Beispiel: Statt "Ich habe gefragt, aber keine Antwort erhalten" lieber "Ich habe gefragt, aber ich habe keine Antwort erhalten".
  • Enthält der Text viele Komposita (zusammengesetzte Wörter)? Im Deutschen sind sie sehr beliebt, in anderen Sprachen allerdings höchst ungewöhnlich. Nach Möglichkeit sollte man sie durch eine Wortgruppe ersetzen.
  • Enthält der Text Füllwörter wie "denn", "also" usw.? Die meisten kann man weglassen, sie verwirren das Programm nur unnötig.
  • Ist der Satzbau korrekt und eindeutig? Lieber mehrere kurze Sätze als ein langer, lieber Aktiv- als Passivsätze, lieber Haupt- als Nebensätze. Die Reihenfolge "Subjekt - Prädikat - Objekt" sollte nach Möglichkeit eingehalten werden. Einschübe und Satzklammern, bei denen zwischen Hilfsverb und Vollverb sehr viele Satzteile stehen, kann man häufig vermeiden. Auch die Zeichensetzung sollte durchdacht sein, da einige Programme Teilsätze zunächst bis zum nächsten Komma übersetzen und daher mit Aufzählungen und Reihungen ihre Probleme haben können.
  • Enthält der Text Wörter in einer anderen als der Ausgangssprache? In einer Übersetzung vom Deutschen ins Französische erwartet das Programm keine englischen Wörter und lässt sie im besten Falle unübersetzt stehen, im schlimmsten identifiziert es sie als Tippfehler, sucht die richtige Alternative und übersetzt sie.
  • Enthält der Text Eigennamen, Produktbezeichnungen u.ä., die vom Programm falsch verstanden werden können? Manche Programme erlauben Ihnen, Eigennamen und ihre Behandlung zu definieren; ansonsten können Sie sich behelfen, indem Sie vor Wörter, die nicht übersetzt werden sollen, ein "X" oder "Q" setzen, am besten per "Suchen" - "Ersetzen". So würde z.B. aus dem Computerprogramm "Windows" ein "Xwindows", das dann nicht fälschlich mit "Fenster" übersetzt wird. In der Übersetzung machen Sie das einfach rückgängig.
Bereiten Sie den Ausgangstext gezielt für die Übersetzung vor, und Sie werden viele Übersetzungsschwierigkeiten vermeiden können.

Vorbereitung des Programms

Auch das Programm lässt sich trainieren. Alle Programme verfügen über Benutzerwörterbücher, in die Sie unbekannte Wörter und Wendungen eingeben können. Hier gilt natürlich äußerste Genauigkeit. Ein Fehler bei der Eingabe ins Benutzerwörterbuch verfolgt Sie u.U. so lange, wie Sie das Programm nutzen.

Viele Programme legen vorher einige Parameter fest, die für die Übersetzung von Bedeutung sind. Dazu gehört z.B. die höfliche oder vertraute Form der Anrede - "you" kann "Du", "Sie" oder "ihr" sein. In vielen Sprachen ist es nicht egal, welches Geschlecht Absender und Adressat einer Mitteilung haben. "Ich bin krank" bzw. "Du bist krank" heißt im Deutschen immer gleich, egal ob Mann oder Frau, kann aber z.B. im Russischen oder Französischen, die zwischen männlicher und weiblicher Form unterscheiden, zu bösen Verwechslungen führen.

Viele Programme enthalten Fachwörterbücher zu bestimmten Sachgebieten. Aktivieren Sie ein solches, sucht das Programm zuerst im Fachwörterbuch nach dem richtigen Ausdruck. Einige Programme, z.B. Personal Translator, lassen Sie bestimmen, um welche Dokumentenart (Geschäftsbrief, Fachtext Medizin, Recht usw.) es sich handelt. Die richtige Auswahl - und die Deaktivierung anderer Optionen! - erspart Ihnen z.B. bei der Übersetzung eines Computer-Fachtextes die ständige Übersetzung von "Windows" mit "Fenster".

Lassen Sie das Programm nach unbekannten Wörtern suchen, bevor Sie die Übersetzung starten, und tragen Sie sie ins Wörterbuch ein. Die Programme können keine Grammatikanalyse vornehmen, wenn sie die Wörter nicht kennen.

Gerade beim Beginn der Arbeit mit Übersetzungsprogrammen sollten Sie die Option "halbautomatisch" bzw. "interaktive Übersetzung" wählen. Hier haben Sie die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Übersetzungsvarianten auszuwählen, die Ihnen das Programm anbietet, und können schon während der Eingabe ein Benutzerwörterbuch erstellen. Die meisten Programme merken sich außerdem, welche Übersetzungen Sie bevorzugen, und bieten Ihnen nach etwas Training zuerst ihre "Lieblingsausdrücke" an. Diese Übersetzungsart ist zwar am Anfang recht langwierig, jedoch auch nicht umständlicher als das Nachbearbeiten. Dafür kann sie die Leistung des Programms dauerhaft verbessern. Eine nachträgliche Bearbeitung, die außerdem womöglich in einem anderen Programm durchgeführt wird, bringt dem Übersetzungsprogramm nämlich keine neuen Ausdrücke bei; es wird aus der Übersetzung nichts lernen.

 

 

 

Häufig gestellte Fragen

 

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